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EINLEITUNG

 

Lassen Sie mich mit den grundsätzlichen Fragen über das menschliche Leben und Schicksal beginnen –

Fragen, die bereits von den grossen, alten indischen Philosophen gestellt und durch ihre Erkenntnisse beantwortet wurden, die nicht einmal von den eindrucksvollen Leistungen der modernen Wissenschaft und Technologie verdrängt worden sind. Es sind die ewigen Fragen der Menschheit.

 

Die weise, alte Lehre und Kultivierung der indischen Philosophie mag zwar zeitlich, aber nicht gedanklich weit von uns entfernt liegen. Es gibt keine faszinierendere Aufgabe für einen Schüler der indischen Philosophie, als sich mit einer bestimmten Stufe der spirituellen oder transzendentalen Weisheit auseinander zu setzen und sie zur Anwendung auf unser eigenes Leben zu bringen.

 

Wenden wir uns also, in den Worten Sokrates',

"den Schätzen zu, die uns weise Männer hinterlassen haben..."

 

Die Einsichten der indischen Philosophie, die in ihrem Wesen spirituell ist, sollen uns einen vollständigen Einblick in die unsichtbare Wirklichkeit geben und uns auf die direkteste, intimste und überzeugendste Weise in die Geheimnisse der menschlichen Existenz einweisen.

 

Das endlose Streben nach der Vision der Wahrheit ist stets die Aufgabe der großen indischen Denker gewesen – ein Streben, das auch jetzt noch unser Ideal ist.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den britischen Mathematiker, Logiker und Philosophen Alfred North Whitehead verweisen, der in seinem Buch "Wissenschaft und die moderne Welt" zu uns von

 

dem "Realen" spricht, "das hinter und nach und in dem vergänglichen Fluss der Welt steht,

Etwas, was real ist und doch darauf wartet, realisiert zu werden,

Etwas, was eine ferne Möglichkeit ist und doch die grösste der gegenwärtigen Tatsachen,

Etwas, was allem Geschehen Bedeutung verleiht und sich doch einer Festlegung entzieht;

Etwas, dessen Besitz das höchste Gut bedeutet, und das doch nicht erreichbar ist;

Etwas, was das grösste Ideal und doch ein hoffnungsloses Streben ist."

 

In der indischen Philosophie ist sowohl der metaphysische Wissensdurst auf eine theoretische Erklärung der Welt als auch die leidenschaftliche Sehnsucht nach Befreiung zu finden. Die Ideen der Philosophen erleuchten nicht nur unseren Geist, sondern erweitern ihn auch. Sie helfen uns dabei, uns über den Schein des rein materiellen Daseins zu erheben.

 

Das menschliche Leben enthält bereits den Hinweis zum Verständnis der Natur. Die weisen indischen Denker zeigen uns den Weg des inneren Aufstiegs, der inneren Reise, durch die der Einzelne das Ultimative Ende und die Ultimative Realität begreift. Die Wahrheit liegt in uns. Wir müssen sie erforschen.

 

Dem Anschein nach ist der Mensch ein stoffliches Wesen. Er ist aus den gewöhnlichen chemischen Elementen wie Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, etc. gemacht, die es so reichlich auf dem Planeten Erde gibt.

 

Die biologische Beschaffenheit des Menschen verlangt bestimmte Dinge, die er, wie alle anderen Tiere auch, erfüllt, um seine Bedürfnisse zu stillen.

 

Nun stellt sich uns jedoch die Frage:

"Was sind unsere eigentlichen Bedürfnisse?" Wissen wir wirklich, was wir brauchen? Wir brauchen so viele weltliche, materielle Dinge. Und dann gibt es da noch unsere Ignoranz, unsere Engstirnigkeit und unser Egoismus, die uns nur kurzfristig Befriedigung verschaffen. Aber sind wir auch wirklich glücklich mit dieser materiellen Sättigung? Es ist schliesslich eine unumstössliche Tatsache, dass dieser Lauf von "Wollen und Haben" endlos weitergeht.

 

Indische Denker weisen uns den Weg, der zu unserem wahren Bedürfnis führt – und zwar zum Bedürfnis nach einer Wahrheit, die bedingungslos ist. Die Wahrheit zu kennen, bedeutet aber nicht ein rein theoretisches Wissen. Man begreift sie nur durch Selbstdisziplin und vollkommene Einsicht.

 

Die Frage stellt sich: Was ist diese Wahrheit? Was ist diese Realität, die durch alle Veränderungen hinweg gleich bleibt und die man zu erreichen sucht?

 

Man kann sich auch noch Folgendes fragen:

Gibt es eine innere Wahrheit – über die empirische Existenz der Welt und des Menschen hinaus?

Ist der Mensch dasselbe Wesen, das man von aussen sieht?

Oder

besitzt er eine innere Realität, die über die empirische Existenz hinausreicht?

 

Diese Fragen können nicht empirisch beantwortet werden. Es sind metaphysische / transzendentale Fragen, die das eigene Selbst betreffen. Indische Denker haben sich diese Fragen sehr ernsthaft gestellt und sehr eindringlich nach Antworten gesucht, was keine andere Philosophie der Welt jemals getan hat. Darin besteht auch die Einzigartigkeit der indischen Philosophie.

 

Die transzendentale Erkenntnis der Wahrheit ist nicht nur spekulatives Denken, sondern auch sehr pragmatisch und gleichzeitig praktisch orientiert.

 

Ich habe vorhin vom stofflichen Aspekt des menschlichen Lebens gesprochen. Doch der Mensch hat über diesen Aspekt hinaus noch etwas anderes in sich. Das beweist sich in seinem Streben nach der Erkenntnis von Wahrheit. Er möchte in sich schauen und trachtet danach, seine biologische Natur, die individuell ist, zu überschreiten, um die innere Wahrheit zu finden.

 

Es ist möglich, das in diesem Leben zu erreichen. Darum müssen wir in uns suchen,

um die Wahrheit zu finden,

die Wahrheit, die absolut ist,

die Wahrheit, die für alle Menschen und alle Dinge auf immer gültig ist,

die Wahrheit, die Seligkeit, Schönheit und Glück bedeutet.

 

Es ist nicht leicht, die innere Wahrheit zu entdecken, aber es ist auch nicht unmöglich. Zuerst einmal müssen wir richtig denken, richtig wahrnehmen, unser eigenes Leben bewerten und bestimmen, was für die menschliche Existenz von wesentlicher Bedeutung ist.

 

 Dafür müssen wir unseren Geist und Verstand weit öffnen. Dann wird es uns möglich sein, die bedingungslose Wahrheit zu erkennen.

 

Lasst uns die Seligkeit, die Wahrheit und das Glück finden – und somit auch unseren inneren Frieden?

 

Wir alle tragen Vollkommenheit in uns. Wir müssen sie nur offenbaren, sie enthüllen.

Wenn man das helle Licht seines Geistes auf sein Denken richtet, wird man zweifelsohne die richtige Antwort erkennen.

Darin liegt die Bedeutung der indischen Philosophie, die den Weg zur Wahrheit des Lebens weist – den Weg zur Befreiung des Geistes.

 

Nun möchte ich mich der speziellen Frage zuwenden, worin die Bedeutung der Yogaphilosophie für unser heutiges Leben liegt.

 

Wir stehen am Anfang eines neues Jahrhunderts, das die Erfahrungen wichtiger Entwicklungen in den Wissenschaften und der Technologie des 20. Jahrhunderts mit sich trägt. Wir führen ein Leben, das sehr schnell und sehr einfach geworden und zur gleichen Zeit komplex ist, voller Stress und Anspannungen.

 

Mit dem fantastischen wissenschaftlichen Fortschritt mag die menschliche Gesellschaft qualitativ besser leben. Die materiellen Errungenschaften mögen unsere weltlichen Bedürfnisse erfüllen; aber es ist nicht zu leugnen, dass die meisten Menschen nicht zu einer inneren Ruhe finden.

 

Das moderne Zeitalter kann nur flüchtigen Zeitvertreib und oberflächliche kulturelle Praktiken bieten, um unser äusseres Leben zu verzieren. Doch die Suche nach Frieden, Beständigkeit, Glück und Befreiung des Geistes ist das eigentliche Anliegen des Menschen. Daraus ergibt sich ein Paradox: Wie sollen wir in unserem rein materiell ausgerichteten, bequemen, jedoch hektischen und überspannten Alltag unseren ersehnten inneren Frieden und unser Glück erreichen?

 

Es bleibt eine grosse Verwirrung zurück, und diese Fragen suchen uns immer wieder heim,.......

 

Dort setzt die Yogaphilosophie ein, die für Tausende von Jahren Atemübungen, Meditation und Yogahaltungen empfohlen hat, um dieses Ziel zu erreichen.

 

Jeder kann diese Methode anwenden.

 

 

 

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YOGA - STRESS 

YOGA ALS PSYCHOPHYSISCHE LEHRE

 

In der indischen Philosophie beschäftigt sich Yoga mit vielen Erkenntnisbereichen. Für unseren Zweck jedoch wollen wir uns auf jenen Teil des Yoga beschränken, der sich mit der Körperhaltung und der Meditation beschäftigt.

 

Nur kurz zu Ihrer Information: Wir haben auch Yoga, das sich mit der düsteren Seite unseres Lebens auseinandersetzt – das heisst, mit den Zeiten der Unentschlossenheit, der Verzweiflung, der Freudlosigkeit und der Trauer, die man durchlaufen muss, um eine bestimmte Situation zu begreifen und damit zurechtzukommen.

 

YOGA ist eine Philosophie, die den psychophysischen Aspekt unseres Lebens behandelt. Es ist eine psychophysische Lehre, wie sie vor vielen Tausend Jahren im wedischen Zeitalter Indiens dargestellt wurde. Es ist eine Lehre, die Weisheit, Ausgewogenheit, Geduld, Selbstbeherrschung und Gelassenheit vermittelt.

 

Yoga besteht nicht aus Dogmen und Übungen nur für die bereits Eingeführten.

 

Yoga soll allen helfen, ihre innere Ruhe zu finden.

 

Seitdem Yoga in der westlichen Welt populär wurde, ist der Begriff fast zu einem Synonym für die verschiedenen Körperstellungen im Yoga geworden. Das passt natürlich ausgezeichnet zur westlichen Gesellschaft, die völlig körperlich orientiert ist. Yoga ist heutzutage häufig deshalb so beliebt, weil es sich so gut in den modernen Fitnesskult einzugliedern scheint.

 

In der westlichen Welt hat sich also vor allem der physische Teil des Yoga etabliert.

 

Aber wie trainiert man seine mentalen Muskeln, wie übt man seinen Geist?

 

Yogastellungen (oder Übungen) sind nicht dafür da, den Körper wie in einem Fitnessstudio zu stählen oder ein paar Pfund oder Kilos zu verlieren. Der Hauptzweck der Übungen besteht darin, seinen Körper auf die MEDITATION vorzubereiten. Der Geist soll gestärkt werden, um die Stürme besser überstehen zu können, denen wir in unserem Leben immer wieder ausgesetzt sind.

 

Meditation besteht aus der fortwährend gleichen Betrachtung (Erkenntnis) eines erwählten Objekts, deren Fluss durch keine andere Betrachtung unterbrochen wird.

 

Die Lehre der Meditation wurde in Indien dazu entwickelt, den Geist mit der nötigen Nahrung zu versorgen. Er soll durch die Meditation geübt werden, und man muss lernen, ihn zu entspannen und ruhen zu lassen.

 

Der Geist wird wiederbelebt, wenn er ruht. Ohne diese Übung werden die mentalen Muskeln schlapp.

 

Alle Yogaformen bringen ihren Schülern Meditation bei. Der Geist ist das letzte Hindernis, das überwunden werden muss, und er ist auch das schwierigste, das man zu bewältigen hat. Der Geist arbeitet stärker als der Körper. Unser Geist ist in einem ständigen Zustand der Anspannung.

 

Natürlich brauchen wir für die Meditation auch einen gesunden Körper, in dem unser Geist wohnt.

 

DER KÖRPER BEHERBERGT DEN GEIST. DIE SORGE UM DEN KÖRPER IST ALSO ESSENZIELL.

 

Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass der Zustand des Körpers etwas mit dem Zustand des Geistes zu tun hat. Deshalb beschäftigen sich die Meditationsanweisungen nicht nur mit der Disziplinierung des Geistes, sondern auch mit der Beherrschung des Körpers.

 

Wenn man Yogaübungen macht, kann man oft deutlich erfahren, wie sich die verschiedenen Grundhaltungen auf Körper und Geist auswirken.

 

Sie beleben unseren Körper und lassen unseren Geist gesund und ruhig sein.

 

Sie geben uns ein Gefühl der Frische und der Entspannung und nehmen alle körperliche Lethargie von uns.

 

Und die Meditation stärkt unsere geistigen Muskeln.

 

 

Diese Beziehung zwischen Körper und Geist unterscheidet Yoga von konventionellen Übungen. Bei Yoga wird auf das Fitsein von innen nach aussen wert gelegt. Mentale Stärke ist wichtiger als blosse körperliche Kraft. Yoga ist mehr ein inneres als ein äusseres Training.

 

Yoga kräftigt nicht nur alle Systeme des Körpers – es lehrt uns auch, wie wir uns entspannen. Wir können eine perfekte Harmonie zwischen unserem Körper, unserem Leben und unserem Geist schaffen. Wir können in Freundschaft und Eintracht mit unserem eigenen Selbst leben.

 

 

STRESS IN UNSEREM LEBEN

 

Was ist Stress?

 

Stress ist etwas, das uns anregt und unsere Aufmerksamkeit schärft. Ein Leben ohne einen solchen Stimulus wäre unglaublich reizlos und langweilig. Ein Leben mit zu viel Stimulus wird jedoch höchst unangenehm und ermüdend und kann auf langfristige Sicht unserer Gesundheit oder unserem Wohlergehen schaden. Zu viel Stress kann sich sehr nachteilig auf uns auswirken.

 

Zu wenig kann zu Langeweile und "Einrosten" führen – zu viel kann uns "ausbrennen" lassen.

 

 

Stress ist die physische und mentale Antwort des Körpers auf die Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Stress entsteht, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, negative Gefühle auf bestimmte Ereignisse des täglichen Lebens abzuschütteln.

 

Stress beeinflusst uns mental, emotional und körperlich. Er lässt uns weniger effizient und effektiv sein, untergräbt unsere Beziehungen zu anderen Menschen und beeinflusst unsere körperliche und geistige Gesundheit.

 

 

Mit den in letzter Zeit zahlreichen Fusionen und Akquisitionen von Firmen wird das Entlassen von Mitarbeitern immer häufiger. Dieses Phänomen bedeutet einen grossen Stressfaktor. Es werden immer weniger Angestellte, die immer mehr Arbeit leisten sollen.

 

Das Leben im Büro produziert meist sowieso viel Stress. Dieser Stress zeigt sich direkt im Körper. Stress färbt auf die Interaktion mit den Kollegen ab. Stress im Job führt zu körperlichen Symptomen – zu Kopfweh, Rückenschmerzen, Problemen mit dem Magen und manchmal zu Angst.

 

Stress ist ein Teil unseres Alltags, und für das moderne Leben wird es immer wichtiger, zu lernen, mit diesem Stress richtig umzugehen. Es gibt eine Möglichkeit, Stress abzubauen, und dem Willigen stehen viele Methoden zur Verfügung, mit Stress sinnvoll umzugehen.

 

 

DIE WIRKUNG VON STRESS

 

Stress hat folgende Wirkungen:

Körperlich zeigt er sich durch Symptome wie Nackenschmerzen, einer Anspannung zwischen den Schulterblättern, Kopfweh, etc.

 

Psychisch und emotional offenbart er sich durch negatives Verhalten, schlechte Beziehungen im Berufs- und Privatleben und falsche Entscheidungen.

 

 

WAS FÜHRT ZU STRESS?

 

Bei verschiedenen Menschen gibt es die unterschiedlichsten Ursachen für Stress. Zum Beispiel: Termindruck; Schwierigkeiten bei der Arbeitsplanung; schlechte Zeiteinteilung; kaum bezahlbare Schulden; Lärm; das Einfinden in ein neues Umfeld; Konflikte im privaten Leben (zum Beispiel Trennungen). Sehr oft entsteht Stress durch eine Anhäufung verschiedener Probleme, die sich teilweise entwickeln, ohne dass wir es merken.

 

Bei unserem heutigen schnellen Leben, häufig wechselnden Jobs, Umzügen, Scheidungen und Heiraten und der Weiterentwicklung der modernen Technologie, mit der wir nicht immer mithalten können, kommt es zu zahlreichen Spannungen. Wir versuchen bei diesem gnadenlosen Kampf ums Überleben zumindest nach aussen hin Ruhe zu bewahren, aber innerlich fühlen wir uns verstört und gejagt. Mentaler Stress und psychische Belastungen sind die Strafe, die wir dafür zahlen, ein moderner Mensch zu sein. Das hat zu einem Anstieg psychosomatischer Krankheiten geführt – also körperlicher Krankheiten, die durch einen verstörten Geist hervorgerufen werden.

 

Schlaflose Nächte sind die Folge, und am nächsten Tag wird man von Depressionen heimgesucht. Sie machen sich etwas vor, wenn Sie glauben, Ihre Probleme durch Schlafmittel und Beruhigungstabletten in den Griff zu bekommen. Solche Medikamente bringen Ihnen nur für den Moment Erleichterung, aber keine Heilung. Sie werden davon bloss abhängig.

 

Stress ist stets mehr psychisch als physisch zu verstehen. Beruhigungsmittel unterdrücken nur die Symptome.

 

Stress ist nicht nur für Körper und Seele schlecht, sondern er führt auch dazu, dass unsere wahre Natur unter einem Berg von Aufgaben, Terminen und Sorgen begraben wird.

 

Stress entsteht vor allem dann, wenn wir mit den Anforderungen, die an uns gestellt werden, nicht mehr zurechtkommen.

 

Unser tägliches Leben ist aber voll von Anforderungen, die unsere physische, emotionale und geistige Energie auf die Probe stellen.

 

 

DEN STRESS IN DEN GRIFF BEKOMMEN

 

Unser Leben ist voll von Stress und Druck. Manchen davon schaffen wir uns selbst, anderen haben wir nicht unter Kontrolle. Mit dem Stress des modernen Lebens zurechtzukommen ist dringend nötig, und es gibt viele Methoden, das zu lernen – Methoden mit einer sehr langen Geschichte.

 

YOGA – bestehend aus Grundhaltungen beziehungsweise Übungen, Atemübungen und Meditation – ist eine der einfachsten Methoden, den Stress in unserem modernen Leben zu bewältigen.

 

Yoga hilft, den täglichen Stress abzubauen, und lehrt uns, wie wir uns entspannen und loslassen können.

 

Yoga gibt uns die Möglichkeit, geistige Ruhe zu erleben. Den Körper zu dehnen und mit dem Atmen zu arbeiten, nimmt das parasympathische Nervensystem in Anspruch und macht es so für den Körper möglich, sich wieder zu normalisieren. Allmählich werden Gesundheit und Haltung verbessert und somit Müdigkeit bekämpft und Aufmerksamkeit gefördert. Das führt wiederum zu einer verbesserten Produktivität und einem gesteigerten Selbstgefühl.

 

Wir funktionieren am besten, wenn wir entspannt sind. Entspannung ist die Atempause in der täglichen Hetze durchs Leben. Diese Atempause ist notwendig, um den Körper und den Geist auf eine grössere Energie und einen klareren Blick vorzubereiten. Selbst ein Wechsel des Arbeitsplatzes kann schon eine gewisse Entspannung mit sich bringen.

 

Entspannung senkt Blutdruck und Puls und lässt uns wieder ruhiger atmen. Entspannung hilft uns beim Entkrampfen unserer Muskeln und lässt uns emotionale Belastungen besser ertragen.

 

Unsere Nervenzellen werden wiederbelebt, weil sie während der Entspannung von der Routine der Arbeit befreit sind.

 

 

 

Meinen Sie nicht auch, dass nach einem 8- bis 10-Stundentag eine Zeit der Entspannung folgen sollte – so wie es uns auch die Natur zeigt, wo nach einer Wachperiode eine des Schlafes folgt?

               

Tiefer Schlaf ist bei dem Tempo unseres Lebens, vor allem in großen Städten, nicht mehr möglich. Die Menschen heutzutage rennen wie die Wahnsinnigen von einem Termin zum anderen und finden kaum Zeit, sich hinzusetzen und nachzudenken, ein Buch zu lesen oder Musik zu hören.

 

Wir, die wir in der westlichen Welt leben, haben weder die Zeit noch die Gelegenheit und häufig auch nicht den Willen, zu meditieren. Unser geschäftiges Leben erlaubt uns nur selten einen Blick nach innen.

 

Es stimmt aber nicht, dass wir uns keine einzige freie Minute erlauben können. Es ist nicht so sehr die fehlende Zeit als vielmehr das Gefühl, dass wir eine solche Entspannung überhaupt nicht brauchen. Und genau das führt zu diesem verrückten Tempo. Das Geld, das man in einem solch angespannten Leben verdient, wird einem kein Leben nach der Pensionierung lassen. Ein Dasein in ständiger Hetze ist eines geprägt von Anspannungen, Nervosität und Angst.

 

Das Problem muss an den Wurzeln gepackt werden.

 

Wir müssen lernen, uns zu entspannen.

 

Yoga hilft uns, den Stress des Alltags zu verringern.

 

Sie meditieren, um den Stress abzuschütteln.

 

MEDITATION wird Ihnen helfen, sich zu entspannen.

 

So mancher joggt nach einem ermüdenden Arbeitstag, weil er davon ausgeht, dass Schwitzen und körperliche Anstrengung wiederbelebend wirken können. Das stimmt auch. Aber es wird Ihnen noch besser gehen, wenn Sie sich nach dem Joggen hinsetzen und Ihrem Geist erlauben, für eine Weile zu ruhen. Die mentale Übung erfolgt durch das Ausruhen Ihres Geistes. Sich entspannen zu lernen ist der Schlüssel für körperliche, emotionale und mentale Gesundheit.

 

Wenn sich Ihr Geist ausruht, wird er geübt; er bekommt seine Nahrung. Danach ist er wieder gestärkt, und Sie werden ruhiger, geduldiger und aufmerksamer sein.

 

Aber meditieren Sie nicht über Ihre Arbeit. Das würde nur den Arbeitsstress wieder aufleben lassen, den Sie ja gerade los werden wollen.

 

Es ist nutzlos, sich mit Zeitung und Büroarbeit einschliessen zu wollen. Und selbst wenn Sie diese Dinge draussen lassen und Türen und Fenster verriegeln, werden Sie wahrscheinlich noch immer mit Ihren Sorgen und Befürchtungen beschäftigt sein.

 

Yoga wirkt dieser körperlichen und geistigen Müdigkeit entgegen. Es ermöglicht Ihnen emotionale Ausgeglichenheit.

 

Medizinische Studien haben gezeigt, was man im Yoga schon seit vielen Tausend Jahren weiss:

 

Meditation hilft Körper und Geist. Da sie mit tiefer Entspannung einhergeht, nimmt sie dem Körper den Stress und löst ein Gefühl physischer und psychischer Erleichterung, ein Gefühl von Verjüngung und erhöhter Vitalität aus. In einem fortgeschritteneren Stadium erlebt der Übende dann einen tiefen Frieden und eine Ruhe, die sich auch auf sein tägliches Leben auswirkt.

 

Das Wichtigste ist, dass wir diese geistige Disziplin erlernen. Sie zeigt uns, wie wir in Harmonie mit uns selbst, unseren Instinkten, Gefühlen, Empfindungen und Vorstellungen leben können.

 

Yoga hilft uns, diese Disziplin zu erlernen.

 

  

YOGA IM GEGENSATZ ZU ANDEREN ÜBUNGEN

 

Lassen Sie mich Ihnen jetzt einiges über die Yogahaltungen aus der körperlichen Sicht erklären.

 

Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Yogaübungen und anderen Arten von Übungen.

 

Allgemein wird fälschlicherweise angenommen, dass Yogaübungen körperliche Übungen sind. Körperliche Übungen sind sich wiederholende Bewegungen, während Yogaübungen wenig Bewegung beinhalten. Hier geht es nur um Körperstellungen, die über einen längeren Zeitraum hinweg eingehalten werden.

 

Die Grundhaltungen und die Atemübungen helfen Ihnen, Ihre Reaktion auf Stress zu ändern und vermindern so dessen schlechten Auswirkungen. Zu diesen Grundhaltungen gehört die Konzentration auf bestimmte Teile des Körpers, was zu einer grösseren Spannkraft sowohl im Körper als auch im Geist führt.

 

Wenn man Yogastellungen über einen bestimmten Zeitraum hinweg einhält, kann man Kraft sammeln und erlebt so ein Gefühl der Entspannung und der Hochstimmung.

 

Yogaübungen sollen ausserdem helfen, die Funktionen der inneren Organe zu verbessern.

 

 

WIE BEEINFLUSST UNS YOGA IM REIN KÖRPERLICHEN BEREICH?

 

Meistens sind wir uns unserer Muskeln am stärksten bewusst, wenn wir die Grundhaltungen im Yoga üben. Wir benutzen sogar Muskeln, von denen wir kaum wissen, dass es sie gibt.

 

Mit Hilfe der Grundpositionen kommt es zu einer tief reichenden Dehnbewegung. Die Muskeln werden sanft und vorsichtig gedehnt, ohne überanstrengt zu werden. Auf diese Weise können sie sich schrittweise und ohne Risiko ausdehnen. Ein flexibler Muskel ist gleichzeitig ein starker, gut ausgebildeter Muskel.

 

Auch unser Knochenbau profitiert von solchen Übungen. Nicht nur die Muskeln werden gelockert und gedehnt, sondern das Gleiche geschieht auch mit den Bändern, die unser Skelett zusammenhalten.

 

Unsere Zirkulation verbessert sich durch regelmässiges, tiefes Atmen. Yoga hilft Ihnen, mehr auf Ihr Atmen zu achten, selbst wenn Sie gerade keine Atemübungen machen. Die Übungen mit dem Kopf nach unten verstärken die Blutzirkulation, kehren den venösen Blutfluss um und verbessern die Reinigung der Lymphen.

 

Das Verdauungssystem wird ebenfalls durch die inneren Massagebewegungen, die mit Hilfe einiger Grundhaltungen auf die Organe ausgeübt werden, deutlich verbessert.

 

Auch Nervensystem und endokrine Drüsen werden erreicht. Die Konzentration beim Yoga auf die Wirbelsäule, durch die alle Hauptnerven des Körpers laufen, ermöglicht es, unsere nervliche Energie zu kontrollieren.

 

 

Der Hauptzweck der Grundhaltungen liegt darin, in unserem gesamten neuromuskulären System die richtige Spannkraft aufzubauen.

 

Yoga bedeutet sowohl körperliche als auch geistige Anreize. Yoga ist deshalb ideal. Man kann mit Yoga nicht nur den Körper trainieren, sondern beruhigt durch die Atemübungen auch das Nervensystem. Durch kontrolliertes Atmen werden Blut und Gewebe wieder mit mehr Sauerstoff versorgt, und das Gehirn kann wieder besser funktionieren.

 

Yoga ist eine Art der Lebensgestaltung, die für die Regulierung der körperlichen Funktionen und der psychischen Prozesse höchst nützlich ist und unser allgemeines Wohlbefinden verbessert.

 

 

IM VERGLEICH ZU ANDEREN KÖRPERLICHEN ÜBUNGEN

 

Die Grundhaltungen im Yoga sind einfacher zu erlernen als Aerobic und Gewichteheben.

 

Man braucht weder einen speziellen Ort noch eine bestimmte Ausrüstung.

 

Die Übungen setzen sich aus langsamen, dynamischen und statischen Bewegungen zusammen.

 

Es besteht nur eine sehr geringe Gefahr, sich Muskeln oder Bänder zu verletzen.

 

Die Grundpositionen verlangen nur wenig Anstrengung; so verbrauchen Sie viel weniger Energie.

 

Yoga verbessert den Sauerstofftransport im Blut.

 

Yoga verbessert den Blutkreislauf und die Reinigung der Lymphen.


Yogaübungen helfen, eine gute Körperhaltung zu bewahren.

 

Bei Yoga gibt es keine Altersbegrenzung.

 

Yogaübungen richten sich nach den natürlichen Bewegungen des Körpers. Die Grundübungen führen zu einem statischen Dehnen, das für die Bekämpfung von Krämpfen und die Verhinderung von Schmerzen sehr wirkungsvoll ist. Statisches Dehnen ist wesentlich ungefährlicher als dynamisches.

 

Die meisten Yogahaltungen und Atemübungen belasten im Gegensatz zu Sporttraining weder Herz noch Blutgefässe.

 

Emotionaler Stress führt häufig dazu, dass sich die Rückenmuskeln anspannen. Sanfte Yogadehnungen helfen direkt, diese körperlichen Anspannungen zu lockern. Wenn sich Muskeln entspannen, wird auch der Geist wieder ruhiger.

 

Die Übungen sind sowohl für den Körper als auch für den Geist. Sie verändern die Reaktionen des Körpers auf den täglichen Stress, der heutzutage so verbreitet ist.

 

Was Yoga auszeichnet, ist die Konzentration und Aufmerksamkeit, die wir dem Körper zollen – die Aufmerksamkeit, die wir erreichen, während wir unseren Grundhaltungen nachgehen. Das Ergebnis ist eine Stärkung des Geists und des Körpers. Indem wir eine bestimmte Stellung einnehmen und halten, ergibt sich eine Harmonisierung zwischen Nervensystem und Muskeln. Das lässt eine Art von Spannkraft im Körper entstehen und beeinflusst unser körperliches und geistiges Verhalten.

 

Yoga ist eine allumfassende Methode, die den Körper fit hält und den Geist wach.

 

Die grosse Entdeckung des Yoga war die Erkenntnis, dass die inneren Vorgänge durch die zarte Verbindung mit dem Nervensystem kontrolliert werden können. Der Begriff Yoga wird noch immer mit dieser einzigartigen Methode verknüpft.

 

 

Lassen Sie uns aber nicht einige wichtige Dinge über die Yogaübungen vergessen:

Yoga ist keine Gruppenaktivität, sondern besteht ausschliesslich aus Übungen für den Einzelnen.

Für Yoga braucht man Engagement und muss regelmässig üben.

Beim Yoga gibt es keine Konkurrenzgedanken.

Ihr Körper ist nicht wie der Körper eines anderen. Was Sie können, ist für einen anderen vielleicht unmöglich.

Es ist ein Spiel um Millimeter. Sie bewegen sich langsam Millimeter um Millimeter voran.

Sie entwickeln innere Fähigkeiten, die nicht dadurch zu messen sind, wie weit Sie Ihren Körper biegen können.

Yoga lehnt Schnelligkeit bei allen Übungen ab und bevorzugt den langsamen, aber stetigen Weg.

 

 

SCHLUSSGEDANKEN

 

Nun will ich zum abschliessenden Teil meines Vortrags kommen.

 

Es gibt einen Leitsatz in Sanskrit, der heisst:

 

UNSER INNERES SELBST ENTHÄLT DEN SCHLÜSSEL ZUR ANTWORT AUF UNSER LEBEN.

 

Im wedischen Zeitalter wurde gepredigt: ATMANAM VIDDHI – ERKENNE DICH SELBST.

 

Man findet dieselben Worte auf Altgriechisch im Tempel von Delphi.

 

Diese Idee – Erkenne dich selbst – nimmt auch in der Theorie der Individuation des großen Psychologen Carl Gustav Jung eine wichtige Stellung ein.

 

Rainer Maria Rilke schrieb in seinen berühmten "Briefen an einen jungen Dichter": "Ich kann Ihnen keinen besseren Rat geben als diesen: Ziehen Sie sich in sich selbst zurück und erproben Sie die Tiefe, aus der Ihr Leben entspringt."

 

In der Meditation ist es wie bei einer Pfütze: Man muss den Schlamm erst einmal nach unten sinken lassen. Wenn der Geist sich setzt, wird er klar, und wenn der Geist klar wird, kann man ihn durchforschen und herausfinden, was sich in ihm befindet. Sie werden in der Lage sein, Ihre Gefühle von Augenblick zu Augenblick zu verfolgen.

 

MEDITATION wird Ihnen helfen, die Verwirrungen in Ihrem Inneren zu lösen und das Leiden zu beseitigen. MEDITATION ist die Pflege des Geistes. Sie ist die Erneuerung des Bewusstseins. Sie ist ein Akt der Aufmerksamkeit, eine Willensanstrengung. Meditation ist eine Änderung unseres Selbst.

 

C. G. Jung sagt: "Wir müssen das Unbewusste öffnen und dürfen es nicht unterdrücken, es nicht mit Medikamenten zum Schweigen bringen."

 

Yoga versucht, die innere Welt des Bewusstseins zu erforschen, und hilft uns, das Bewusste und das Unbewusste zusammenzubringen.

 

Die Tatsache, dass es einen Konflikt in uns gibt, beweist, dass wir den Willen besitzen, unseren Geist zu kontrollieren. Aber häufig verliert unser Wille diesen Kampf. Manchmal wird unser Geist sehr unstet und extrovertiert und springt ständig von einem Objekt zum anderen.

 

Eine Beherrschung der Gedanken bedeutet Freiheit. Das Geheimnis liegt in der Disziplinierung des Gedankenflusses.

 

Indem wir jeglichen Gedankenfluss und die Ablenkungen durch unsere Wünsche unterdrücken, ermöglichen wir es dem Geist, sich auf ein Objekt einzulassen, es zu durchdringen und eins mit ihm zu werden.

 

Indem wir unsere Gedanken ändern, ändern wir unser Leben und indirekt auch den Charakter der Welt.

 

Es ist unser Geist, der die Welt um uns herum strukturiert, der unsere Beziehungen bestimmt, der unsere Gefühle hervorbringt. Die Beherrschung des Geistes ist deshalb von eminenter Bedeutung.

 

Wenn man dieser uralten Methode heutzutage fast überall auf der Welt folgt, so deshalb, weil es dringend notwendig ist. Man muss sich nur die CNN-Nachrichten anschauen, um zu begreifen, wie sehr Yoga in unser aller Leben eine Rolle spielen muss.

 

  

Yoga ist ein Werkzeug, das Sie gebrauchen können, um Ihr gesamtes Wohlergehen zu verbessern.

 

Yoga bietet                                          körperliches Selbstvertrauen

                                                                geistigen Frieden

                                                                intellektuelle Klarheit

                                                                emotionale Gelassenheit

 

 

ABER YOGA LIEFERT KEINE RASCHE LÖSUNG.

 

Wenn Sie nur wenige Minuten Zeit haben und durch Sport Kalorien verlieren wollen, wird Yoga Sie enttäuschen. Aber die Erfahrungen, die Sie körperlich und geistig durch Yoga gewinnen, sind phänomenal. Sie werden Ihnen bestimmt helfen, klarer zu denken und entschlossener zu handeln.

 

 

Ich möchte meinen Vortrag mit einem mehr als dreitausend Jahre altem Zitat der wedischen Philosophen beenden:

 

"Verstehen oder Verstand ist der Lenker des Wagens Körper, gezogen von den Pferden Sinnen,

die von dem Geschirr Geist im Zaum gehalten werden."

 

 

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